Baustellen-Blog

Neue Lebensräume zwischen Kenzingen und Müllheim

Schon mehrere Jahre bevor die Bauarbeiten für die neue Güterstrecke zwischen Kenzingen und Müllheim beginnen, setzt die Deutsche Bahn (DB) erste Umweltmaßnahmen um. Denn für die DB gilt: Wenn sie Eingriffe in die Natur und die Lebensräume von Tieren nicht vermeiden kann, gleicht sie diese aus und schafft neue Lebensräume.

Damit die Tiere genügend Zeit haben, um sich an ihre neuen Quartiere zu gewöhnen, werden die Umweltmaßnahmen seit Ende 2022 umgesetzt. Beauftragt hat die Bahn dafür verschiedene Garten- und Landschaftsbaubetriebe sowie ortsansässige Landwirt:innen. Insgesamt sind rund 150 vorgezogene Maßnahmen geplant – einige davon stellen wir hier vor.

Umweltmaßnahmen für Eisvogel und Gelbbauchunke

Das erste Beispiel kommt aus dem Bereich Riegel. Zur Förderung des Nachwuchses bei Amphibien hat die Bahn hier sechs bestehende Geländemulden ausgebaut. Die neuen Amphibiengewässer sollen vor allem der Ablage des Laichs von beispielsweise Gelbbauchunken, Erdkröten sowie Gras- und Teichfröschen dienen.

Etwas südlicher bei Reute hat die DB Brutwände für den Eisvogel angelegt. In den Wänden wurden künstliche Niströhren installiert. Die Holzverschalung, die man auf dem Foto sieht, wird erst nach mehreren Wochen entfernt, wenn sich der Boden gesetzt und stabilisiert hat.

Umwandlung einer Mulde in ein Laichgewässer für Amphibien. (Foto: Deutsche Bahn AG/Judith Wagner)
Umwandlung einer Mulde in ein Laichgewässer für Amphibien. (Foto: Deutsche Bahn AG/Judith Wagner)
Am Ende der Nistkammer befindet sich eine Bruthöhle, in der der Nachwuchs sicher vor Wasser ist. (Foto: Deutsche Bahn AG/Sabine Loskarn)
Am Ende der Nistkammer befindet sich eine Bruthöhle, in der der Nachwuchs sicher vor Wasser ist. (Foto: Deutsche Bahn AG/Sabine Loskarn)

Offene Flächen nutzen

Entlang der gesamten Güterstrecke zwischen Kenzingen und Müllheim legt die DB Brachflächen an und pflanzt neue Gehölze. Bei Biengen hat sie auf rund 6.000 Quadratmetern neue Bäume und Gebüsche gepflanzt. Diese sollen künftig vor allem in Gehölzen brütenden Vogelarten Schutz und Lebensraum bieten.

Aber nicht nur für Vögel ist gesorgt, sondern auch für Reptilien und Amphibien. Für Schlingnattern, Zaun- und Mauereidechsen schafft die Bahn auf neuen Flächen ein Zuhause. Innerhalb der Quartiere legt sie Habitate aus Totholz und Steinen an. Sandflächen, sogenannten Sandlinsen, bieten zusätzlich Platz für die Eiablage. Die Gehölze bieten Schatten und Struktur. Die Ansaat mit Gräsern und Kräutern bietet Nahrung und Versteckmöglichkeiten.

In rund drei Jahren können Vögel in den neuen Bäumen brüten. (Foto: Deutsche Bahn AG/Sabine Loskarn)
In rund drei Jahren können Vögel in den neuen Bäumen brüten. (Foto: Deutsche Bahn AG/Sabine Loskarn)
Die Totholz- und Sandhaufen sind jeweils um die zwei Quadratmeter groß. (Foto: Deutsche Bahn AG/Sabine Loskarn)
Die Totholz- und Sandhaufen sind jeweils um die zwei Quadratmeter groß. (Foto: Deutsche Bahn AG/Sabine Loskarn)