Vermessung am Tunisee – Präzisionsarbeit auf und unter Wasser
Im Abschnitt 8.2, zwischen Freiburg und Schallstadt, errichten wir unsere Neubaustrecke für den Güterverkehr parallel zur Autobahn. Nördlich von Freiburg wird sie zwischen der Autobahn und dem Tunisee verlaufen. Da in dem Bereich nur wenig Platz ist, rückt die neue Bahnstrecke nah an den Tunisee heran. Der Uferweg entlang des Tunisees muss daher neu geplant und stellenweise mit einer Stützwand gesichert werden.
Dafür benötigen unsere Planer:innen genaue Kenntnisse vom Uferbereich des Tunisees. Auch die Wassertiefe und die Beschaffenheit des Seegrunds müssen exakt vermessen werden. Und so sind unsere Vermessungsspezialist:innen dabei vorgegangen: Zunächst wurde die Uferlinie mit hochpräzisem GPS aufgenommen. Dafür wurden in kurzen Abständen Messpunkte entlang des Ufers erfasst. Die Positionsbestimmung erfolgte in Echtzeit durch den Empfang und die Auswertung von Satellitensignalen, sodass eine zentimetergenaue Darstellung der Uferkante mit all ihren Buchten und Unebenheiten entstand.
Im zweiten Schritt kam ein Echolot-System zum Einsatz. Ein ferngesteuertes Messboot, auf dem ein Sensor befestigt ist, fuhr die zu untersuchenden Bereiche des Sees ab. Das Echolot sendete dabei Schallimpulse in Richtung Seegrund. Die Zeit, die das Echo für den Rückweg benötigt, erlaubt die Berechnung der Wassertiefe. Aus der Signalstärke lassen sich zusätzlich Rückschlüsse auf die Beschaffenheit des Untergrunds ziehen. Der hier verwendete Sensor arbeitete mit einer Messfrequenz von zehn Hertz – das bedeutet zehn Tiefenmessungen pro Sekunde. Insgesamt fuhr das Messboot bis zu 30 Meter auf den See hinaus. Am tiefsten Punkt zeigte das Echolot eine Tiefe von zehn Metern an.
Aus den Messdaten entstand ein detailliertes digitales Geländemodell, das die Grundlage für die weitere Ausführungsplanung bildet.