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Schallschutz

Klimaschutz ist ein gesellschaftlich und politisch gewolltes Ziel. Die Verlagerung des Personen- und Güterverkehrs von der Straße auf die wesentlich umweltfreundlichere Schiene trägt nachhaltig dazu bei. Damit die Menschen, die entlang der Bahntrassen leben, ebenfalls davon profitieren können, müssen sie spürbar vom Bahnlärm entlastet werden.

Die Deutsche Bahn hat eine „Zwei-Säulen-Strategie für mehr Lärmschutz“ entwickelt. Eine Säule bezieht sich auf Lärmschutzmaßnahmen vor Ort: Sie wird bei Neu- und Ausbaubaustrecken durch die Lärmvorsorge gestützt; bei bestehenden Schienenwegen greift das Programm der Lärmsanierung.

In der zweiten Säule wird der Lärm an der Quelle reduziert. Mit der Umrüstung aller rund 63.000 aktiven Güterwagen bis 2020 auf die wesentlich leiseren „Flüsterbremsen“ vermindert die Bahn den Lärm bereits dort, wo er entsteht.

 

Schon realisierte und noch geplante Maßnahmen werden die Schallsituation entlang der Strecke Karlsruhe–Basel in allen Abschnitten trotz prognostiziertem Mehrverkehr deutlich verbessern. Dazu gehören:

  • Bereits umgesetzte Maßnahmen im Rahmen der Lärmsanierung
  • Maßnahmen der Lärmvorsorge in den Aus- und Neubaubereichen
  • Lärmschutz durch neue Trassenführung, z. B. der Katzenbergtunnel oder die autobahnparallele Güterverkehrstrasse
  • Lärmschutz über dem gesetzlichen Maß aufgrund von Finanzierungsbeschlüssen des Deutschen Bundestages

Aktive und passive Schallschutzmaßnahmen

Die Vorkehrungen zum Schallschutz sehen eine Kombination von aktiven und passiven Schallschutzmaßnahmen vor. Aktiv nennt man Maßnahmen, die direkt am Verkehrsweg liegen, beispielsweise Schallschutzwände und -wälle. Eine weitere Maßnahme ist das „Besonders überwachte Gleis“ (BüG). Ein eigens hierfür entwickelter Schallmesszug misst die Schallabstrahlung durch Unebenheiten auf der Schiene. Überschreiten die Messwerte den definierten Lärmpegel, schleift ein spezieller Schleifzug die Schienenoberflächen. Entlang der Ausbau- und Neubaustrecke Karlsruhe–Basel ist der Einsatz des BüG in Teilabschnitten vorgesehen bzw. schon realisiert.

Passive Maßnahmen sind dagegen schalltechnische Verbesserungen an Gebäuden wie der Einbau von Schallschutzfenstern und schalldämmenden Lüftern. Grundsätzlich besteht ein Vorrang der aktiven vor den passiven Maßnahmen. In einem Schallgutachten – von einem unabhängigen Gutachter im Auftrag der Bahn erstellt – werden die Schallimmissionswerte und die Veränderung durch die Baumaßnahme errechnet. Die Berechnungen für die neuen Abschnitte der Ausbau- und Neubaustrecke Karlsruhe–Basel basieren auf den aktuellen Verkehrsprognosen des Bundesverkehrswegeplans 2030. Die in der 16. Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (16. BImSchV) zu bestimmten Tages- und Nachtzeiten festgelegten Schallimmissionsgrenzwerte sind für die Bemessung der Schallschutzmaßnahmen verbindlich. Sofern passive Maßnahmen zu Einsatz kommen, regelt dann die 24. BImSchV deren Art und Umfang.

Die Lärmvorsorge

Die Lärmvorsorge basiert auf den gesetzlichen Bestimmungen des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (BImSchG). Paragraph 41 des Gesetzes sieht vor, dass beim Neubau oder der wesentlichen Änderung von Verkehrswegen keine schädlichen Umwelteinwirkungen durch Verkehrsgeräusche hervorgerufen werden dürfen, die nach dem Stand der Technik vermeidbar sind. Von diesem Grundsatz kann nur dann abgewichen werden, wenn die Kosten der Schutzmaßnahmen in keinem angemessenen Verhältnis zum Schutzzweck stehen.

Die Lärmsanierung

Neben der Lärmvorsorge ist das 1999 durch die Bundesregierung beschlossene Programm „Maßnahmen zur Lärmsanierung an bestehenden Schienenwegen der Eisenbahnen des Bundes“ wichtiger Bestandteil des Schallschutzes. Im Rahmen dieses freiwilligen Programms wurden entlang der bestehenden Rheintalbahn zwischen Karlsruhe und Basel rund 33 Kilometer Schallschutzwände errichtet und etwa 1.200 Wohnungen passiv lärmsaniert (Stand Dezember 2018). Vor allem profitiert hat davon der Abschnitt zwischen Köndringen und Heitersheim: In den Jahren zwischen 2004 und 2011 wurden rund 20 Kilometer neue Schallschutzwände gebaut und etwa 900 Wohnungen mit passiven Maßnahmen ausgestattet. Die Rheintalbahn wird hier, mit Ausnahme des künftigen Batzenbergtunnels im Raum Schallstadt, ertüchtigt und nicht neu gebaut oder erweitert.

Lärmvermeidung an der Quelle

Einen besonderen Fokus richtet die Deutsche Bahn auf die Lärmvermeidung an der Quelle – der Einsatz lärmmindernder Technologien an Fahrzeugen und Fahrweg ist somit die andere Säule der leisen Bahn. Nachdem bereits die neuen Fahrzeuge des Reiseverkehrs schalltechnisch optimiert werden konnten, ist jetzt auch eine wesentliche Reduzierung der Schallemissionen bei Güterwagen durch den Einsatz einer neuartigen Verbundstoffbremse möglich. Diese „Flüsterbremse“ verringert das Aufrauen der Räder und mindert den Lärm des Vorbeifahrgeräusches. Ende 2018 waren rund 50.400 Güterwagen der Deutschen Bahn auf die leiseren Sohlen umgerüstet – etwa 80 Prozent der Wagenflotte. Die Bahn hat sich zum Ziel gesetzt, bis Ende 2020 alle Güterwagen mit den leisen Verbundsohlen auszustatten.

Weitere Informationen zu den Themen Lärmvorsorge und Lärmsanierung finden Sie auf dem Lärmschutzportal der Deutschen Bahn und der Internetseite des Bundesverkehrsministeriums. Darüber hinaus bietet das Eisenbahn-Bundesamt ein Internetportal an, auf dem Sie die Daten 19 verschiedener Lärmmessstationen in Echtzeit abrufen können. Darunter finden Sie auch die Daten der Messstelle in Emmendingen.