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Logistische Herausforderung

Der Bau des Katzenbergtunnels erforderte perfekt abgestimmte Produktions- und Logistikprozesse. Vor dem Beginn des eigentlichen Tunnelbaus waren monatelange Vorarbeiten notwendig, um auf der Baustelle die notwendige Infrastruktur einzurichten. Auf insgesamt rund 100.000 Quadratmetern entstanden Baubüros für die Planer und Ingenieure der Bahn sowie der Arbeitsgemeinschaft Katzenberg, Büros für die Bauüberwachung, Werk- und Lagerstätten, Flächen für den Materialumschlag, das Informationscenter Katzenbergtunnel sowie die Unterkünfte für bis zu 230 Arbeitskräfte. Eine Straßenanbindung für den Schwerlastverkehr wurde ebenso angelegt wie die Wasser- und Energieversorgung, die dem Bedarf eines neuen Ortsteils entsprach.

Das Kernstück der Baustellenfläche stellte die Produktionshalle für die Herstellung der Tübbinge dar. Auf rund 11.000 Quadratmetern wurden hier die zwei Meter breiten Stahlbetonfertigteile für die Innenschalen der Tunnelröhren produziert – rund um die Uhr an sieben Wochentagen. Bis zu 168 Tübbingringe wurden wöchentlich betoniert und anschließend in einem Außenlager deponiert, in dem ein Vorrat für mindestens 14 Tage Vortriebsleistung lagerte. Speziell für den Einsatz im Katzenbergtunnel konzipierte Fahrzeuge mit Allradlenkung und 2-Motorenantrieb transportierten die Tübbinge zur Tunnelvortriebsmaschine.

Einmaliges Transportkonzept

Neben der Produktion und Anlieferung der Baumaterialien just-in-time ist auch der schnelle und umweltschonende Abtransport der Ausbruchsmassen ein bestimmender Faktor für den Baufortschritt im Tunnel. Um LKW-Fahrten weitgehend zu vermeiden, wurde für den Katzenbergtunnel ein bislang einmaliges Transport- und Deponiekonzept entwickelt: Förderbänder transportierten das Erd- und Gesteinsmaterial von der Tunnelvortriebsmaschine nach außen auf ein Zwischenlager, von dort beförderte eine rund 2,5 Kilometer lange oberirdische Förderbandanlage den Abraum direkt in den nahegelegenen Steinbruch „Kapf". Insgesamt wurden dort rund 2,4 Millionen Kubikmeter Aushub- und Ausbruchmassen nach einem abgestimmten Verfüll- und Einbauplan deponiert. Der Steinbruch wurde mittlerweile renaturiert.

Mit Fertigstellung des Katzenbergtunnels im Dezember 2012 erfolgte auch der Rückbau der Baustelleninfrastruktur. Sukzessive werden alle beanspruchten Flächen wieder ihrer ursprünglichen Nutzung zugeführt.