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Schallschutz

Umfragen des Umweltbundesamtes aus dem Jahr 2002 zeigen, dass Schienenverkehrslärm im Vergleich zum Lärm anderer Verkehrsträger als weniger störend empfunden wird. Das Thema Schallschutz hat bei der Bahn dennoch eine hohe Priorität. Die Deutsche Bahn verfolgt ein ambitioniertes Ziel: Bis 2020 soll der Schienenverkehrslärm bundesweit um 50 Prozent im Vergleich zu den Werten des Jahres 2000 reduziert werden.

Die Lärmvorsorge

Bei Ausbau- und Neubaustrecken tritt die Lärmvorsorge in Kraft. Diese basiert auf den gesetzlichen Bestimmungen des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (BImSchG) und ist einer von drei Bausteinen der „leisen Bahn“. Paragraph 41 des Gesetzes sieht vor, dass beim Neubau oder der wesentlichen Änderung von Verkehrswegen keine schädlichen Umwelteinwirkungen durch Verkehrsgeräusche hervorgerufen werden dürfen, die nach dem Stand der Technik vermeidbar sind. Von diesem Grundsatz kann nur dann abgewichen werden, wenn die Kosten der Schutzmaßnahmen in keinem angemessenen Verhältnis zum Schutzzweck stehen.

Aktive und passive Schallschutzmaßnahmen

Die Vorkehrungen zum Schallschutz sehen eine Kombination von aktiven und passiven Schallschutzmaßnahmen vor. Aktiv nennt man Maßnahmen, die direkt am Verkehrsweg liegen, beispielsweise Schallschutzwände und -wälle. Passive Maßnahmen sind dagegen schalltechnische Verbesserungen an Gebäuden wie der Einbau von Schallschutzfenstern und schalldämmenden Lüftern. Grundsätzlich besteht ein Vorrang der aktiven vor den passiven Maßnahmen. In einem Schallgutachten – von einem unabhängigen Gutachter im Auftrag der Bahn erstellt – werden die Schallimmissionswerte und die Veränderung durch die Baumaßnahme errechnet. Die Berechnungen für die Ausbau- und Neubaustrecke Karlsruhe–Basel basieren auf den aktuellen Verkehrsprognosen, die dem Bundesverkehrswegeplan 2003 zugrunde liegen. Die in der 16. Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (16. BImSchV) zu bestimmten Tages- und Nachtzeiten festgelegten Schallimmissionsgrenzwerte sind für die Bemessung der Schallschutzmaßnahmen verbindlich.

Die Lärmsanierung

Neben der Lärmvorsorge ist das 1999 durch die Bundesregierung beschlossene „Lärmsanierungsprogramm an bestehenden Schienenwegen des Bundes“ wichtiger Bestandteil des Schallschutzes. Das freiwillige Programm kann im Bereich der Freiburger Bucht zum Einsatz kommen, da hier die Rheintalbahn lediglich ertüchtigt und die Strecke nicht neu gebaut oder erweitert wird. Hier gelten die Förderrichtlinien für bestehende Schienenwege: Eigentümer von Häusern und Wohnungen, die vor 1974 erbaut wurden und bei denen Grenzwertüberschreitungen vorliegen, können in das Schallschutzprogramm aufgenommen werden.

Lärmvermeidung an der Quelle

Einen besonderen Fokus richtet die Deutsche Bahn auf die Lärmvermeidung an der Quelle – der Einsatz Lärm mindernder Technologien an Fahrzeugen und Fahrweg ist somit der dritte Baustein der leisen Bahn. Nachdem bereits die neuen Fahrzeuge des Reiseverkehrs schalltechnisch optimiert werden konnten, ist jetzt auch eine wesentliche Reduzierung der Schallemissionen bei Güterwagen durch den Einsatz einer neuartigen Verbundstoffbremse möglich. Diese verhindert das Aufrauen der Räder und mindert den Lärm des Vorbeifahrgeräusches um die Hälfte. Neue Wagen werden von der Bahn seit 2001 grundsätzlich mit der neuen Bremstechnik angeschafft.

Doch auch an der Schiene selbst nutzt die Bahn die Möglichkeit, die Schallentstehung direkt an der Quelle zu reduzieren: Beim „Besonders überwachten Gleis“ (BüG) misst ein eigens hierfür entwickelter Schallmesszug die Schallabstrahlung durch Unebenheiten auf der Schiene. Überschreiten die Messwerte den definierten Lärmpegel, werden die Schienenoberflächen mit einem speziellen Schienenschleifzug geschliffen. Entlang der Ausbau- und Neubaustrecke Karlsruhe–Basel ist der Einsatz des BüG in Teilabschnitten vorgesehen.

Im Vergleich zu heute wird sich die Schallsituation entlang der Ausbau- und Neubaustrecke Karlsruhe–Basel in vielen Streckenabschnitten deutlich verbessern – trotz der Erweiterung auf vier Gleise und des prognostizierten Mehrverkehrs. Die vorgesehenen baulichen Maßnahmen zum Schallschutz erzielen eine Schallreduktion von 4-6 dB(A). Dies entspricht physikalisch betrachtet mehr als einer Halbierung der Schallenergie und wird vom menschlichen Ohr deutlich wahrgenommen.