Teningen–Buggingen

Planfeststellungsabschnitt 8.5–8.9

Foto: Andreas Hackenjos

Attraktiver Bahnverkehr für eine starke Region

Zwischen Teningen und Buggingen wird die Rheintalbahn ertüchtigt und ausgebaut. Heute können die Züge dort bis zu 160 Kilometer pro Stunde (km/h) fahren. Nach dem Ausbau sind 200 km/h möglich.

Der Streckenausbau beginnt, sobald die neue Güterstrecke an der Bundesautobahn A 5 in Betrieb geht (Planfeststellungsabschnitte 8.0–8.4). Sie wird den Großteil der Güterzüge an Freiburg vorbeileiten. Das entlastet die Rheintalbahn und ermöglicht ihren Ausbau. Die Städte Freiburg, Müllheim und Basel rücken dadurch näher zusammen. Der ICE von Freiburg nach Basel braucht dann nur noch 22 Minuten. Auch der Nahverkehr profitiert: Durch die Verlagerung der Güterzüge wird auf der Rheintalbahn Platz frei. Den Platz kann der Großraum Freiburg für den Nahverkehr nutzen.

Für den Abschnitt zwischen Ebringen und Norsingen bringt der Streckenausbau die größte Veränderung mit sich. In engen Bögen umfährt die Rheintalbahn die Weinberge des Markgräflerlands. Schon heute können die Züge hier nur langsam fahren. Die Bahn möchte die kurvenreiche Strecke durch einen Tunnel verbessern. Eine Machbarkeitsstudie ergab drei erste Tunnelvarianten. Rund um diese Varianten hat die Bahn einen sieben Quadratkilometer großen Untersuchungsraum definiert. In diesem untersucht sie nun weitere Möglichkeiten. 

Daten & Fakten

Auf rund 45 Kilometern Länge wird die Rheintalbahn zwischen Teningen und Buggingen ausgebaut. Dabei werden sämtliche kreuzende Straßen, Wege und Durchlässe überprüft und bei Bedarf erneuert. Das Besondere dabei: Der Abschnitt Teningen–Buggingen wird ausschließlich mit der digitalen Planungsmethode „Building Information Modeling“ (BIM) geplant. Das verbessert die Qualität der Planung.  Zudem besteht bereits vor Baubeginn die Möglichkeit, alle Bauwerke virtuell darzustellen.

 
Länge rd. 45 Kilometer
Stationen 14
Brücken 112
Tunnel 1
Status in Planung

Aktuelles

PfA 8.5-8.9 Teningen–Buggingen

Nächtliche Erkundungsbohrungen in Buggingen

Anwohnendeninformation
PfA 8.5-8.9 Teningen–Buggingen

Erkundungsbohrungen in Schallstadt

Anwohnendeninformation

Downloads

Broschüre Streckenabschnitt 8 Ausbaustrecke

Broschüre Streckenabschnitt 8 Ausbaustrecke

Karte Streckenabschnitt 8 Ausbaustrecke

Karte Streckenabschnitt 8 Ausbaustrecke

Karte Tunnelvarianten Bereich Batzenberg (Machbarkeitsstudie)

Karte Tunnelvarianten Bereich Batzenberg (Machbarkeitsstudie)

Der PfA in Bild und Ton

Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von YouTube, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.

Bohrungen am Batzenberg

Erkundungsbohrungen an der Rheintalbahn

Zwischen dem 1. Oktober 2020 und dem 30. Juni 2021 führt die Deutsche Bahn Erkundungsbohrungen an der Rheintalbahn durch. Die Bohrungen finden überwiegend entlang der bestehenden Bahnstrecke zwischen Teningen und Buggingen im Abstand von 50 bis 200 Metern statt. Zwischen Schallstadt und Ehrenkirchen wird auch abseits der Bahngleise der Baugrund untersucht.

Insgesamt führt die Bahn rund 1.180 Bohrungen, Schürfe, Kampfmitteluntersuchungen und weitere Erkundungsmaßnahmen durch. Entlang der Gleise wird bis zu einer Tiefe von 10 Metern gebohrt. Nur abseits der Bahnstrecke, zwischen Schallstadt und Ehrenkirchen, kommen auch Kernbohrungen mit einer Tiefe von durchschnittlich 40 Metern und maximal bis zu 110 Metern zum Einsatz.

Wozu macht die Bahn ein Bohrprogamm?

Die Bahn baut die Rheintalbahn auf der gesamten Strecke zwischen Karlsruhe und Basel viergleisig aus. Zwischen Kenzingen und Müllheim entsteht eine neue Strecke für den Güterverkehr. Ab 2031 wird der Großteil des Güterverkehrs nicht mehr durch den Großraum Freiburg fahren, sondern entlang der Bundesautobahn 5 geführt. Anschließend nimmt sich die Bahn den Ausbau der bestehenden Bahnstrecke durch die Freiburger Bucht vor. Diese Bahnstrecke wird ab 2032 ertüchtigt und für eine höhere Fahrgeschwindigkeit von bis zu 200 Stundenkilometer fit gemacht. Die jetzt anstehenden Bohrungen markieren den Beginn der Planungen. Die Bodendaten geben der Bahn Auskunft darüber, was im Zuge der Ertüchtigung alles gemacht werden muss. Im Bereich des Batzenbergs untersucht die Bahn außerdem den Boden für einen neuen Bahntunnel.

Wann wird gebohrt?

Die Erkundungsbohrungen im Untersuchungsraum für den neuen Bahntunnel zwischen Ebringen und Norsingen finden werktags und tagsüber statt.

Die Erkundungsbohrungen in den Gleisbereichen und den Bahnsteigen entlang der Rheintalbahn können aufgrund der hohen Zugverkehrsauslastung nur nachts zwischen 22 und 7 Uhr arbeiten. Belästigungen durch Lärm lassen sich dabei leider nicht vermeiden. Die Erkundungsbohrungen können in einer Entfernung von bis zu 200 Metern zu hören sein. Für die entstehenden Unannehmlichkeiten bittet die Deutsche Bahn um Entschuldigung. In der Regel wird sich das Bauteam etwa 1 bis 2 Nächte an derselben Stelle aufhalten und dann zum nächsten Bohrpunkt weiterwandern. Über die genauen Termine der Nachtarbeiten in den jeweiligen Gemeinden werden die Anwohner durch Handzettel gesondert informiert.

Übersichtskarte: Geplante Arbeiten pro Abschnitt
Übersicht Bohrungen in den Abschnitten (Grafik: DB AG)
Übersicht Bohrungen in den Abschnitten (Grafik: DB AG)
Interview zu den Erkundungsbohrungen

Projektingenieur Christian Dötschel koordiniert und steuert die Erkundungsbohrungen in den Planfeststellungsabschnitt 8.5–8.9.

Herr Dötschel, warum führt die Bahn die Erkundungsbohrungen durch?
Die Bahndämme sind mittlerweile über 100 Jahre alt. Damit wir die Bahntrasse ausbauen können, müssen wir vorher wissen, wie der Boden beschaff  en ist. Außerdem wird nicht nur die Strecke ausgebaut. Wir erneuern auch Brücken oder Durchlässe im Trassenbereich. Auch dafür führen wir erste Erkundungsbohrungen durch.

Wie laufen die Bohrungen ab und welche Geräte und Maschinen kommen zum Einsatz?
Bei den Bohrungen unterscheiden wir zwischen Kleinrammbohrungen, Rammsondierungen und Kernbohrungen. Die ersten beiden Arten bohren nicht so tief, nur etwa zehn Meter. Dafür kommen kleinere Geräte wie zum Beispiel Raupen mit Fallgewichten oder Schlaghämmern zum Einsatz. Wie lange so eine Bohrung dauert, hängt davon ab, wie „hart“ der Boden ist und wie leicht er sich durchdringen lässt. Das variiert dann von ei­ner bis zu vier Stunden pro Bohrung. Südlich von Freiburg rund um den Batzenberg untersuchen wir den Untergrund für den Bau eines neuen Bahntunnels. Dafür führen wir Kern­bohrungen durch. Diese gehen bis zu 110 Meter tief ins Erdreich. Spezielle Lkw mit Bohrvorrichtungen sind dort im Einsatz. Hier schaffen wir etwa zehn bis fünfzehn Meter pro Tag.

Was passiert mit den Bohrproben?
Sie werden in einem Labor untersucht. Experten analysieren die bodenmechanischen Parameter. Dazu gehört zum Beispiel, wie viel Wasser der Boden enthält. Daraus schließen wir, ob wir beim Bau Wasser hinzufügen oder entziehen müssen. Auch umwelttechnische Parameter spielen eine Rolle. Wir untersuchen zum Beispiel, ob der Boden durch Schadstoffe, wie beispielsweise Arsen, belastet ist.

Welche Schlüsse lassen sich aus den Ergebnissen der Bohrungen ziehen?
Wir wissen dann, ob der Boden stabil genug für den schnelleren Fernverkehr oder ein neues Bauwerk ist. Daraus leiten wir ab, was wir beim Bau berücksichtigen müssen. Beispielsweise, ob wir den Boden verbessern können oder ob wir ihn austauschen müssen. Wir sehen auch, ob und wie wir die Erdmassen weiterverwenden können. Sollte der Boden mit Schadstoff  en belastet sein, müssen wir den Aushub entsorgen. Das hat auch Auswirkungen auf die Logistik und die Kosten.

Bildergalerie

Folgen Sie uns!